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Homeoffice vom Frust zum begehrten Arbeitsalltag

Erwin Entrich
13. November 2021

Homeoffice

Vom Frust zum begehrten Arbeitsalltag

Ende 2021 gehört das Arbeiten im Homeoffice für viele von uns schon zum Arbeitsalltag. Ein Teams Meeting, ein Zoom Call oder der Zugriff auf die Firmendaten aus den eigenen vier Wänden ist keine Innovation mehr. Es gehört einfach dazu. Vor nicht einmal 2 Jahren war das aber ganz anders. Die Corona Pandemie brachte uns nicht nur 3G, Impfungen und Lockdowns, sondern veränderte die Arbeitswelt so dramatisch wie in den letzten drei Jahrzehnten nicht. In diesem Artikel möchte ich von einem realen Beispiel berichten, wie aus einer Homeoffice Gegnerin eine glühende Befürworterin geworden ist und warum es schwierig wird, wieder zurück in den „Normale“ Büroalltag zu finden.

Die Story beginnt im ersten Lockdown. Eine Freundin meiner Lebensgefährtin namens Sylvia, eine Alleinerziehenden Mutter, musste von einem auf den andern Tag wie viele von uns von zu Hause arbeiten. Eine 60m² große Wohnung, ein Sohn und kein Arbeitszimmer sind nicht die besten Voraussetzungen, um wirklich produktiv zu sein. Es war die Zeit wo die meisten von uns erstmals mit Zoom Meetings in Berührung gekommen sind und man sich so mit Freunden und Familie austauschte. In den meisten dieser Onlinetreffen ging es am Anfang natürlich nur über die Pandemie, die Ängste, die damit verbunden waren und ob alle genug WC Papier zu Hause hatten. Die meisten Unternehmen waren ebenfalls geschockt und wussten nicht so recht, wie Sie weiter machen sollten.

Das änderte sich aber relativ rasch und man verlegte die Arbeit ins Homeoffice. Und genau ab diesem Zeitpunkt änderten sich die Gesprächsthemen mit unserer Freundin. Plötzlich war nicht mehr die Pandemie das Thema Nummer eins, sondern das Arbeiten von zu Hause. Totale Frustration und Verärgerung über die Arbeitsbedingungen waren angesagt. Das Interessante dabei war aber, dass nicht die Doppelbelastung oder das Teilen des Esstisches mit dem Sohn den größten Frust auslöste, sondern die schlechte Organisation des Unternehmens und die miserable Software. Es war einfach umständlich an Informationen zu kommen, Sie musste mehrere Applikationen verwenden, bekam keine Einschulung und die vielen Teams Meetings waren für alle ungewohnt. Sie bekam Angst, wenn ein Kunde bei Ihr anruft, da Sie einfach keine gute Auskunft geben konnte. Diese Situation dauerte einige Wochen ohne Spürbare Besserung und bei jedem Gespräch war die Frustration zu spüren. Ich traute mich das Thema Homeoffice gar nicht mehr ansprechen, denn ich wollte nicht noch Öl ins Feuer gießen. Deshalb sprachen wir einige Zeit nicht mehr drüber und Corona dominierte wieder alle Diskussionen.

Aber es ließ mir keine Ruhe und irgendwie fand ich es unerklärlich, dass auch Sie das Thema Homeoffice nicht mehr ansprach. Also brach ich das Schweigen und war wirklich erstaunt was ich da zu hören bekam. Ihre Einstellung hatte sich um 150 Grad gedreht und ich lauschte einer Homeoffice Fanatikerin. Sie schwärmte von den Vorteilen, wie toll Sie jetzt Ihre Arbeit mit dem Privatleben vereinen konnte. Wieviel Zeit Sie sich durch den Wegfall des Arbeitsweges einspare und das Sie sich gar nicht mehr vorstellen konnte im Büro zu sitzen. Es war für mich unglaublich, wie schnell Sie Ihre Meinung geändert hatte und ich musste dem plötzlichen Wandel auf den Grund gehen. In einem langen Gespräch berichtete Sie mir was passiert war, welche Vorteile es für Sie brachte, aber auch was Ihr im beim Arbeiten von zu Hause abging. Folgendes hat Sie mir erzählt:

Arbeitsweg

Sylvia fuhr vor der Pandemie jeden Tag ca. 40 Minuten in die Arbeit. Die Anfahrtszeit war aber sehr davon abhängig, ob die Schnellbahn nicht wieder einen Ausfall hatte und Ihren Zeitplan einhalten konnte. Da dies des Öfteren passierte und es keine Gleitzeit gab musste Sie diese Ungewissheit in die Anfahrt einplanen. Aus 40 Minuten wurde dann eine Stunde Anfahrtszeit. Da es auch selten Sitzplätze im Zug gab, konnte Sie die Zeit nicht einmal für etwas sinnvolles nutzen. Bedeutet hin und zurück 80 – 120 Minuten verloren Zeit in der Schnellbahn. 2 Stunden Zeitgewinn am Tag hat Sie mehr als überzeugt.

Produktivität

Die Arbeitszeit allein war es aber nicht, denn diesen Zeitgewinn hatte Sie vom ersten Tag an und dennoch war Sie unzufrieden. Am Anfang war die Firma nicht vorbereitet und die Mitarbeiter mussten im Vergleich zur Arbeit im Büro viele unterschiedliche Programme nutzen um die gleichen Informationen über Kunden, Mitarbeiter oder Umsätze zu erhalten. Ein Telefonat mit einem Kunden war ein Hürdenlauf und der Satz „Mein Computer spinnt gerade“ war noch das netteste was Sie über Ihre Arbeitssoftware sagte. Doch das wandelte sich. Eine neue Software wurde eingeführt und das Unternehmen nahm sich Zeit, um Ihre Mitarbeiter zu schulen. Mit einem Male konnte Sie die notwendigen Daten genauso gut und übersichtlich am Esstisch verwalten und das Arbeiten war wieder ohne Mühe möglich. Mehr noch, laut Ihrer Meinung ist Sie sogar produktiver als im Büro. Warum, keine Ablenkung!

Keine Ablenkung, unnötige Meetings

Einen Punkt, den Sie im Büro hasste, waren die vielen Ablenkungen und die unnötigen Meetings, bei denen man nichts neues erfuhr. Ein kurzes Plaudern am Gang, eine Zigarettenpause oder ein nerviger Sitznachbar, der zu laut telefoniert, dass alles kosten Zeit.
Sie meinte, dass Sie sich zu Hause einfach besser konzentrieren könnte und Ihre Pausen nach Ihrem eigenen Rhythmus einteilt. (Die Produktivitätssteigerung bestätigt auch eine Studie der kalifornischen Stanford Universität.)

Teams, Arbeitskollegen

Natürlich, vermisst Sie einige Ihrer Arbeitskollegen und auch das fröhliche Miteinander. Gerade am Anfang waren die ständigen Teams Meetings eine einzige Qual. Niemand hat sich ausgekannt, das ständige „Hörst Du mich“ oder „Ich kenn mich nicht aus“ gehört, aber endgültig der Vergangenheit an. Teams oder Zoom haben sich stetig verbessert und Funktionen wie Whiteboards, Chats, Dateien Tausch, Bildschirmfreigaben … eingebaut. Sylvia freute sich aber auch über den neuen Dresscode „unten leger“. Wie wir alle wissen, sieht man über die Webkamera nur das Gesicht bzw. den Oberkörper. Eine Jogginghose zu einer Bluse ist also kein Problem.

Mittagessen

Sylvia war nie ein Fan der Betriebsküche bzw. der umliegenden Restaurants. Nicht nur die Auswahl war endend wollend, sondern es belastete auch ziemlich Ihr Budget. Jeden Tag 5-10 Euro für das Mittagessen summieren sich einfach. Jetzt ist alles anders. Ihre kurzen Pausen nutzt sich einfach um zu kochen. Während eines Telefonates kurz umrühren. Kein Problem. Die Essenszeit hat Sie auf 13:30 verlegt, dann kommt nämlich ihr Sohn nach Hause und beide Essen gemeinsam. Leidet die Produktivität darunter? Ihr Ansicht nicht, jede Begegnung am Gang oder eine Zigarettenlänge benötigten mehr Zeit.

Kinderbetreuung

Natürlich gibt es nicht nur Vorteile. Gerade bei der Kinderbetreuung ist es schwierig alles unter einen Hut zu bekommen und für Alleinerziehende Eltern ist das eine noch größere Herausforderung. In den Zeiten, wo Ihr Sohn nicht zur Schule gehen konnte, war es natürlich schlimm. 60m², kein Arbeitszimmer sind nicht die besten Voraussetzungen. Nachdem die Schulen Ihren Betrieb wieder aufgenommen hatten, war auch dieser Punkt abgehakt.

Ich war wirklich fasziniert, wie schnell Sie sich von einem Homeoffice Gegner zu einer glühenden Befürworterin gewandelt hatte. Natürlich erwähnte Sie auch die negativen Seiten wie Ablenkungsrisiken, schwierigere Kommunikation mit Ihrem Vorgesetzten oder das Fehlen Ihrer Kollegen. Aber tauschen wollte Sie nicht mehr. Die Vorteile des Homeoffice hatten Sie überzeugt. Doch da hatte Sie die Rechnung ohne Ihren Arbeitgeber gemacht. Als viele glaubten die Pandemie ist beendet, wollte Ihr Chef die Mitarbeiter wieder zurück ins Büro zurückholen. Am Anfang freiwillig und nicht die gesamte Belegschaft, sondern nur einen Teil davon. Aber niemand meldete sich, keiner wollte zurück ins Büro und die gewonnenen Freiheiten aufgeben. Sylvia war also nicht die Einzige die Gefallen am Homeoffice gewonnen hatte. Eine schwierige Situation für alle Beteiligen. Sollte das Unternehmen die Telearbeit für alle fortsetzen? Was aber geschieht mit den freien und nutzlosen Büroflächen?

Ich höre von vielen Seiten, dass ein gut funktionierendes Homeoffice für beide Seiten eine Bereicherung ist und nicht nur Kosten spart, sondern auch die Work Life Balance erhöht. Wie es bei Sylvia weitergeht, ist noch nicht fixiert, denn die nächste Corona Welle stand vor der Türe und die Rückholaktion wurde abgeblasen. Wie heißt es so schön „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, also ich bin schon gespannt, wie es weitergeht.

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